Dienstag, 1. Dezember 2015

„Vertrauen als Grundlage des Lebens“




Bericht zur Tage der Selbsterfahrung vom 13.11. bis 15.11.2015
„Vertrauen als Grundlage des Lebens“
Zehn Frauen und drei Männer fanden sich am Freitagabend im Ottilienheim zusammen, um mit Pater Augustinus, Lars und Johanna drei Tage in achtsamer Selbsterfahrung zu erleben.
Katholiken und Nichtkatholiken besannen sich zum Thema „Vertrauen als Grundlage des Lebens“.
Gleich am ersten Abend regte uns Pater Augustinus durch sein geführtes Interview an, uns unserer Verhaltensweisen und Ansichten bewusst zu werden. Auch wenn uns so manche Antworten der Teilnehmer nachdenklich machten, konnten wir gut über uns lachen und hatten reichlich Spaß.
Bei unserer Vertrauensübung am nächsten Tag führten wir uns gegenseitig mit verbundenen Augen durch den Garten. Schnell stellten wir fest, wie langsam und bedächtig plötzlich unser Schritte werden und wie achtsam und aufmerksam wir uns fortbewegen.
Zwischen den Einheiten kamen wir durchs Singen und Tanzen immer wieder in neuen Schwung. Hierbei hatte Lars ein gutes Händchen und feines Gespür mit uns die Schritte einzuüben.
Das Frühstücken im Schweigen bewährte sich prima. Dies führte dazu, dass wir uns mittags und abends umso tiefgründiger und authentischer austauschten.
Die geselligen Abende im Stüberl waren gut besucht. Dabei erfuhren wir von Pater Augustinus was Herr Abt jeremias schröder aktuelles von seinem zweiwöchigen Aufenthalt auf dem  Bischofstreffen in Rom zu berichten wusste.
Johanna begleitete uns mit anregenden und schönen Texten durch das Wochenende. Sie animierte uns auch Bäume zu malen, welche den Abschlussgottesdienst schmückten.
Sobald wir gelernt haben uns selber zu vertrauen, tun wir uns leichter anderen Menschen und Gott zu vertrauen.  So beteten wir beim Abschlussgottesdienst für Gottes Erhörung unserer Anliegen und für die Anliegen unserer wertvollen Familien und unserer unentbehrlichen Freunde.
Mir haben die Klangschalenmeditation und die morgendliche Teezeremonie von Pater Augustinus sehr gut getan.
Wir Teilnehmer genossen den Luxus von gleich drei leitenden Referenten sehr. Sie standen uns auch für persönliche Gespräche im Einzel und in der Kleingruppe zur Verfügung. Solch kompetente, bodenständige und menschennahe Referenten sind ein Segen.
Fazit: Alle waren wir uns einig, dass ohne Vertrauen kein lebenswertes Leben möglich ist. Weiter stellten wir fest, dass wir uns alle immer wieder neu auf den Weg machen dürfen, um uns unseren individuellen Herausforderungen, die das Leben für uns bereithält, zu stellen.
Brigitte und Angelika

Samstag, 28. November 2015

Exerzitien im Alltag



Menschen auf der Suche nach einer Auszeit im Leben, stoßen auf vielfältiges Angebot, das, wie sie meinen, ihrer Persönlichkeit entspricht. Sie suchen…..?
Jeder umschreibt und definiert diese Zeit anders und misst ihr eigene Bedeutung zu. Für Manche ist das eine Reise zur inneren Mitte, für Andere – innere Übung oder Training oder aber Urlaub im geistlichen Umfeld. Viele sprechen vom: Anhalten oder einem Schritt  vorwärts  in die gewünschte – richtige Richtung im Leben.
Was aber ist das für mich, fragte ich mich selbst und welche Bedeutung kann es für mich haben, wenn ich täglich und in meinem Alltag dranbleiben möchte?  Ist das im Alltag überhaupt möglich?
Ja, es ist möglich.
Zusammen mit anderen Teilnehmern der Exerzitien im Alltag konnte ich im Zeitraum vom 24.02 bis 31.03.15 viele Impulse fürs  Leben bekommen. Hilfreich dabei  war die Meditation, Austauschgespräch in kleinen Gruppen, tägliches Gebet. Durchs alltägliche Hören auf das Wort Gottes, versuchten wir unseren  Lebensraum lebendiger zu gestalten. Ich selbst durfte erfahren, dass mein Da sein im Sein Gottes bestand hat.
Es ist eine Liebesbeziehung ohne Maßeinheit, Verdienst und eigenes Dazu – oder Mehr tun zu müssen. Sie ist bedingungslos, vertrauensvoll, geduldig, tröstend, friedvoll, verzeihend und er-lösend. Ich darf in seiner liebenden Gegenwart lieben und mein Leben immer wieder neu gestalten ohne fürchten zu müssen, dass ich seinem schöpferischen Gedanke nicht entspreche oder sein unwürdiges Ebenbild bin. Seine Liebe ist meine Würde, die sichtbar geworden ist durch sein Fleischgewordenes Wort, das vor aller Zeit bei Ihm war und durch das nichts geworden ist, was geworden ist. Es wurde zum Licht in meinem Leben und mit Ihm, durch Ihn und in Ihm ist die Finsternis nicht dunkel. Die Nacht wird hell sein, wie der Tag.
Freier Patricia

Donnerstag, 26. November 2015

                                              Einkehrtage der Klasse 10b
 Klangschalenklänge läuten einen hoffentlich besinnlichen Tag ein, die Schüler warten gespannt, auf das, was sich Pater Augustinus für sie überlegt hatte. Eingeleitet von einer Meditationsrunde à la Straub scheint der Tag zumindest besinnlich anzufangen. Auch bei dem sogenannten Kissenspiel bemerkt man, wie erschreckend schnell sich eine 10te Klasse zu Kinderspielen überzeugen lässt und vor allem, welchen gewaltigen Spaß sie dabei hat. Nach einem gelungenen Anfang, der Auftakt: jeder Schüler nimmt sich eine Karte mit einem schönen Spruch darauf, nach Vortragen dieses Spruches nun Pater Augustinus´ Fragen: ‚Welche Hobbys hast du?‘ ‚Was wünschst du dir für den heutigen Tag?‘ Und letztendlich eine sehr unerwartete Frage: ‚Liebst du dich selbst?‘ Den verwunderten Gesichtern nach zu urteilen, musste diese Frage erklärt werden: Wie kann ich jemand anderen lieben, wenn ich mit mir selbst nicht im Reinen bin, wenn ich nicht eine gewisse Selbstschätzung und Vertrauen in mich selbst hätte. Denn Jesus meinte schließlich, liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wie sollst du deinen Nächsten denn lieben, wenn du dich selbst nicht liebst?, fragte uns Pater Augustinus darum. Gerade die zehnte Jahrgangsstufe scheint eine Altersstufe zu sein, in der man versucht, ein wenig über sich selbst zu erfahren: Wie komme ich bei anderen an? Bin ich gut so wie ich bin? Man versucht den Weg zu sich selbst zumindest ein klitzekleines bisschen zu finden. Uns zu erklären, dass wir gut sind wie wir sind, dass wir so geschätzt werden, wie wir sind, das haben sich an diesem Tag wohl Pater Augustinus und unsere engagierten Religions-Lehrer zur Aufgabe gemacht.
Allerdings kam auch das gute alte „Stärken der Klassengemeinschaft“ nicht zu kurz. Erst einmal Abchecken, wie es denn überhaupt mit den Meinungen in der Klasse aussieht, war wohl die Devise. Durchgeführt wurde diese Überlegung, indem wir uns immer wieder zu ‚ja‘-, ‚nein‘- und ‚teils-teils‘-Schildern stellen konnten, um unser Meinung klarzumachen und gegebenenfalls zu erklären. Unser, von manchen Lehrern, als „unmotivierter Haufen“ diffamierter Klassenverband, arbeitete erstaunlich engagiert mit und ich darf sicherlich im Namen aller behaupten, dass es uns Spaß gemacht und gefallen hat, gefragt zu werden. Hier die Ergebnisse, äußerst kurz umrissen: Es ist immer gut, echte Freunde zu haben, aber wenn es viele sind, sei dies auch nicht schlecht, merkte ein Schüler an. Freundschaft sei wichtiger als Geld, war eine der Thesen. Äußerst genau wurden wir zu unseren Vorstellungen von Liebe befragt, allerdings wurde ich gewarnt, einige Dinge besser nicht zu erwähnen. Liebe auf den ersten Blick? Tja schon möglich, aber darf eine Beziehung derart oberflächlich sein? Nicht lieber: Liebe nach dem ersten Gespräch? Die Diskussionsthemen erstreckten sich außerdem über Facebook, Drogen, Glaube (Papst Franziskus wird übrigens allgemein sehr positiv wahrgenommen…); Themen, für die unsere Meinung als wichtig genug erschien, sie zu hören. Manche Ansichten unserer Klassenkameraden waren uns wohl selbst nicht bekannt. Das Ganze wurde ernst und ehrlich behandelt und diese Ehrlichkeit machte diese Gespräche wertvoll. Was denken Sie eigentlich: Fahren Frauen besser Auto als Männer? Anhand meiner Notizen sieht man wohl, dass das Protokoll von Mädchen geführt wurde, deshalb überlasse ich die Antwort ganz Ihnen.
Anschließend wurde ein Film gezeigt (was grundsätzlich bei Schülern gut ankommt!), über Balance. Die Balance zwischen Menschen, damit der Friede unter ihnen gewahrt bleibt. Der Film verdeutlichte, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Umso wichtiger ist ein guter Gemeinschaftssinn innerhalb der Klasse. Man sollte schließlich im kleinen Rahmen anfangen.
Nach dem Besuch der Mittagshore, aßen wir zu Mittag, was nach eigenen Angaben einiger Schüler, von vorne herein einen wichtigen Tagespunkt darstellte. Nach einem weiteren Spiel – das dem einen oder anderen beinahe einen Nervenzusammenbruch bescherte und unsere Klassendynamik bekräftigen sollte- und einer weiteren Essenspause, kam mein persönlicher Höhepunkt der Tages. Jeder schrieb für jeden seiner Klassenkameraden (und die australischen Austauschschüler) einen Zettel, was er an ihm gut fand. Die Idee, die von vorne herein wunderschön war, gewann noch an positiver Ausstrahlung durch die gute Laune und den netten Umgang mit den Mitschülern. Pater Augustinus gab uns dazu noch ein paar nette Gedanken mit auf den Weg. Vielleicht können wir uns selbst mehr lieben, wenn wir uns diese Akzeptanz untereinander vor Augen führen, diesen Grundgedanken fand ich bezaubernd und ich denke sehr positiv an die Aktion zurück.
Sollte ich das nächste Mal traurig sein, werde ich diese Zettelchen wieder herauskramen – und das möchte ich meinen Klassenkameraden ebenfalls raten.
In diesem Sinne darf ich mich bei allen Beteiligten herzlich bedanken und insbesondere natürlich bei Pater Augustinus.
-Lara Gum und Veronika Walhöfer, 10b